Einleitung
Die Steuerung der WeatherLox Wetterstation basiert auf einem ESP32 mit ESP-Easy Firmware. Der ESP32 kommuniziert mit der Außenwelt via Wifi / WLAN. Die Firmware wurde für dieses Projekt entsprechend angepasst und mit weitreichenden „Rules“ zur Aufbereitung der gemessenen Wetterdaten erweitert.
In erster Linie wurde die Wetterstation für das Smarthomesystem von Loxone entwickelt und auch vorbereitet. Sie kann aber mit jedem System verwendet werden, welches Daten per UDP, HTTP, MQTT oder Ecowitt-Datenformat empfangen kann. Dazu gehören unter anderem:
- Loxone
- Home Assistent
- ioBroker
- Node Red
- Homematic
- Und viele mehr…
Durch die Unterstützung des Ecowitt-Formats kann die Wetterstation zudem mit einer großen Anzahl an gängiger Software zur Wetterdatenerfassung und -auswertung verwendet werden. Dazu zählen:
- FOSHKplugin von Oliver Engel
- PC Wetterstation von Werner Krenn
- WeeWX
- Und viele mehr…
Verfügbare Messwerte
Im Vollausbau stehen an der Wetterstation folgende Werte zur Verfügung:
| Variable | Einheit | Quelle | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| illuminance | Lx | Messung | Helligkeit |
| solarradiation | W/m² | Messung | Solarstrahlung |
| solarradiation_daily | Wh/m² | Messung | Sonnenstrahlung akt. Tag |
| sunduration_daily | h | Messung | Sonnenscheindauer akt. Tag |
| sunshine | 0/1 | Messung | Sonnenschein vorhanden |
| twilight | % | Messung | Dämmerung |
| uvi | Messung | UV Index |
Verwendete Sensoren
Die Steuerung der Wetterstation verwendet folgende zusätzliche Sensoren zur Anbindung der verschiedenen Wettersensoren:
ESP32-DevKitC V4 Entwicklungsboard
Die Wetterstation verwendet das ESP32-DevKitC V4 Entwicklungsboard mit einem WROOM-32U Modul mit externer Wifi-Antenne.
Datenblatt
Spezifikation
- CPU and On-Chip Memory
- ESP32-D0WD embedded, Xtensa dual-core
32-bit LX6 microprocessor, up to 240 MHz - 448 KB ROM
- 520 KB SRAM
- 8 KB SRAM in RTCA
- ESP32-D0WD embedded, Xtensa dual-core
- Integrated Components on Module
- 40 MHz crystal oscillator
- 4 MB SPI flash
- Wifi
- 802.11b/g/n
- Bit rate: 802.11n up to 150 Mbps
- A-MPDU and A-MSDU aggregation
- 0.4 µs guard interval support
- Center frequency range of operating channel: 2412 ~ 2484 MHz
- External Antenna
Digital-Analog Wandler ADS1115
Zur Anbindung verschiedener Analogsensoren wird der Digital-Analog-Wandler ADS1115 verwendet. Gegenüber den Analog-Inputs des ESP32 hat dieses Sensormodul eine höhere Genauigkeit.
Datenblatt
Spezifikation
- Resolution (Bits): 16
- Sample rate (max) (ksps): 0.86
- Number of input channels: 4
- Interface type: I2C
- Input voltage range (max) (V): 5.5
Spannungswandler MP1584EN
Am Steuerungsmodul werden sowohl 12V als auch 5V benötigt. Daher benötigt man einen Spannungswandler, der die 12V zusätzlich noch in 5V umwandelt.
Datenblatt
Spezifikation
- Eingangsspannung: 4,5–28 V
- Ausgangsspannung: 0,8–20 V
- Ausgangsstrom: Nennstrom 3A (MAX).
- Schaltfrequenz: 1,5 MHz (höchste), typisch 1 MHz
- Ausgangswelligkeit: < 30 mV
- Effizienz: 96 % (max.)
- Betriebstemperatur: -40 °C bis +85 °C
- Größe: 22 mm * 17 mm
Materialliste
Folgende Komponenten werden zum Zusammenbau des Steuerungsmoduls benötigt:
| Anzahl | Bauteil | Bezug |
|---|---|---|
| 1 Stk. | Gehäuse Steuerungsmodul | siehe unten |
| 40 cm | Dichtungsschnur Silikonkautschuk 2mm, rund | Ali Express / Amazon |
| 4 Stk. | Edelstahl Senkkopfschraube DIN7991 M4x20mm | Ali Express / Amazon / Baumarkt |
| 4 Stk. | Einpressmutter / Gewindeeinsatz M4x5x6mm | Ali Express / Amazon |
| 1 Stk. | Platine Steuerungsmodul | siehe unten |
| 2 Stk. | Edelstahl Senkkopfschraube Kreuzschlitz M3x10mm | Ali Express / Amazon / Baumarkt |
| 1 Stk. | Kabeleinführung IP68 PG09 (M14) | Ali Express / Amazon / Baumarkt |
| 2 Stk. | Gelenkrohrschelle 25-28mm / 3/4″ | Ali Express / Amazon / Baumarkt |
| 2 Stk. | Edelstahl Senkkopfschraube DIN7991 M8x20mm | Ali Express / Amazon / Baumarkt |
| 2 Stk. | Edelstahl Unterlegscheibe M8x16x1,5mm | Ali Express / Amazon / Baumarkt |
| 2 Stk. | Edelstahl Sechskantmutter M8 | Ali Express / Amazon / Baumarkt |
| 3 Stk. | PCB Schraubklemmen 2 Pin, 2,54mm | Ali Express / Amazon |
| 15 Stk. | PCB Schraubklemmen 3 Pin, 2,54mm | Ali Express / Amazon |
| 4 Stk. | Buchsenleiste 1×2 Pin, 2,54mm | Ali Express / Amazon |
| 1 Stk. | Buchsenleiste 1×10 Pin, 2,54mm | Ali Express / Amazon |
| 2 Stk. | Buchsenleiste 1×19 Pin, 2,54mm | Ali Express / Amazon |
| 4 Stk. | Stiftleiste 1×2 Pin, 2,54mm, 10,5mm | Ali Express / Amazon |
| 1 Stk. | ESP32-DevKitC V4 Entwicklungsboard mit ext. Antenne | Ali Express / Amazon |
| 1 Stk. | Antenne kompatibel mit ESP32-WROOM-32U, mit Kabel | Ali Express / Amazon |
| 1 Stk. | ADS1115 16 Bit I2C Modul | Ali Express / Amazon |
| 1 Stk. | MP1584EN DC-DC-Spannungswandler 3A, 4,5-28V | Ali Express / Amazon |
| 2 Stk. | Widerstand 1,5kOhm | Ali Express / Amazon |
| 2 Stk. | Widerstand 2,2kOhm | Ali Express / Amazon |
| 1 Stk. | Widerstand 4,7kOhm | Ali Express / Amazon |
| 2 Stk. | Widerstand 10kOhm | Ali Express / Amazon |
| 2 Stk. | Hex Distanzhülse / Abstandshalter M2, Thr 4mm, L 11mm | Ali Express / Amazon |
| 1 Stk. | Netzteil 12V / 2A | Ali Express / Amazon |
| 2 m | Kabel Litze 2-adrig, 22AWG, UV-best. | Ali Express / Amazon / Baumarkt |
| 4 Stk. | Kabelbinder 3x150mm, UV-best. | Ali Express / Amazon / Baumarkt |

3D-Druck-Teile und Platine
Für den Zusammenbau wird ein 3D-Druck-Gehäuse benötigt, welches speziell für diesen Sensor entwickelt wurde. Im Bausatz ist dieses Gehäuse natürlich enthalten. Es kann aber auch selbst gedruckt werden – dabei ist aber unbedingt darauf zu achten, dass ein wetterbeständiges, UV-Licht-resistentes Filament verwendet wird. Besonders gut geeignet ist ASA, was aber leider schwierig zu drucken ist.
Die 3D-Druckfiles können hier heruntergeladen werden: https://github.com/mschlenstedt/WeatherLox/tree/main/case/weatherlox-esp

Des weiteren ist zum Aufbau eine Platine notwendig, die den ESP32 und alle weiteren Komponenten aufnimmt und auch alle Anschlüsse zur Verfügung stellt. Auch diese ist im Bausatz natürlich enthalten. Sie kann aber auch selbst bei einem entsprechenden Dienstleister hergestellt werden. Auch ein Nachbau auf einer Lochrasterplatine ist natürlich möglich.
Die Files (Gerber Files, Fritzing, Schaltplan, etc.) können hier heruntergeladen werden: https://github.com/mschlenstedt/WeatherLox/tree/main/PCB/weatherlox-esp


Benötigtes Werkzeug und Verbrauchsmaterial
Zur Montage des Sensors wird folgendes Werkzeug und zusätzliches Verbrauchsmaterial benötigt:
- Lötkolben, Lötzinn, etc. mit möglichst kleiner Lötspitze
- Kleine Spitzzange
- Kreuzschlitz Schraubendreher, Klein
- Schlitz Schraubendreher, Mini
- Imbusschlüssel 6mm
- 13er Maulschlüssel M8
- Abisolierzange
- Pinzette (bei Bedarf)
- ca. 4-6mm Holzbohrer (zum Vorbohren)
- Kegelsenker 12 mm für Holz und Kunststoff
- Multimeter (ein günstiges reicht vollkommen aus)
- Jumperkabel (nur zum Testen der Platine)
- Alleskleber (transparent und wasserfest!), z. B. UHU oder Patex
- Platinenschutzlack (zur Wetterbeständigkeit – wichtig!)
- Sikaflex 522 grau Dicht- und Klebstoff, UV-stabil und witterungsbeständig und dazu eine Kartuschenpistole
Den Platinenschutzlack bekommt man im einschlägigen Elektronikfachhandel oder natürlich bei Amazon/Ali Express und Co. Hier einige Beispiele dazu:
- https://www.amazon.de/Isolierlack-Elektroniks-Transparent-Leiterplatten-Steuerplatinen/dp/B0G8GBC7WH
- https://www.amazon.de/Schutzbeschichtung-Schaltkreisdichtmittel-Komponentenisolierung-Feuchtigkeitsschutz-Platinenschutzlack/dp/B0G4JYSP42
- https://www.amazon.de/1DFAUL-Dichtungsmittel-feuchtigkeitsbest%C3%A4ndig-zuverl%C3%A4ssigen-elektronischer/dp/B0FH28QD3R
Den notwendigen Sikaflex 522 Klebstoff bekommt man ebenfalls im Versandhandel. Ihr benötigt ihn an verschiedenen Stellen in weiteren Bauanleitungen. Hier einige Beispiele für den Bezug:
- https://www.amazon.de/dp/B09N7J125B
- https://dichtstofftechnik24.de/Shop/Sikaflex-522-1K-Polymer-Kleb-und-Dichtstoff-300ml-Kartusche-versch-Farben_1
- https://www.klebeshop24.de/Sikaflex-522-300-ml-Kartusche-stahlgrau
Montageanleitung
Als erstes wird die Platine aufgebaut. Zu Beginn werden dazu die 7 Widerstände eingelötet. Die Widerstände haben einen Farbcode, an dem man sie identifizieren kann. Deutlich einfacher, schneller und vor allem sicherer geht es aber mit dem Multimeter! Man stellt es auf Ω (Ohm) und verbindet die Enden der beiden Messspitzen jeweils mit einem Ende des Widerstands. Den Widerstandswert kann man dann bequem im Display ablesen. Es muss unbedingt darauf geachtet werden die Widerstände an der richtigen Position einzulöten! Man steckt dann alle Widerstände der Reihe nach von oben durch die entsprechenden Bohrungen und biegt die Beinchen auf der Platinenunterseite nach außen – so halten sie fest. Dann werden alle Beinchen von unten verlötet und anschließend mit einer Zange die Überstände abgeschnitten.
- R1: 10 kΩ
- R2: 10 kΩ
- R3: 4,7 kΩ
- R4: 1,5 kΩ
- R5: 1,5 kΩ
- R6: 2,2 kΩ
- R7: 2,2 kΩ
Nachdem das erledigt ist werden reihum die Klemmbuchsen (15x 2er Klemme, 4x 3er Klemme) angelötet. Zum Schluss lötet man noch die Buchsenleisten auf. Um die Buchsenleisten gerade auszurichten lötet man erst einmal nur einen PIN fest, richtet die Buchsenleiste dann durch vorsichtiges Biegen aus und lötet dann alle anderen PINs an.
Die beiden Hex Distanzhülsen für den ADS1115 Sensor werden mit den beiliegenden Muttern von unten verschraubt.

Nun wird noch die 10er Stiftleiste an das ADS1115 Modul gelötet sowie die vier 2er Stiftleisten an das MP1584EN gelötet.


Nun wird nur und ausschließlich das MP1584EN Modul eingesetzt – der ESP32 und das ADS1115 werden noch nicht eingesetzt! Die beiden Anschlüsse mit „VIN-“ und „VIN+“ müssen in Richtung Außenkante der Platine zeigen, die beiden eingekreisten Zeichen „+“ (Plus) und „-“ (Minus) zeigen in Richtung Platinenmitte. Die beiden Klemmen „+12V“ und „GND“ werden mit dem Netzteil (vor dem Einstecken des Moduls) verbunden und nach anschließendem Einstecken des Moduls wird die Platine mit 12V Spannung versorgt. Nun wird mit dem Multimeter auf der Einstellung „Volt Gleichspannung/DC“ an den beiden PINs mit den eingekreisten Zeichen „+“ (Plus) und „-“ (Minus) die Spannung gemessen. Der kleine Poti auf dem Modul wird nun so lange nach links oder rechts gedreht, bis eine Spannung von möglichst exakt 5V an den PINs anliegt (5,1V sind auch OK, aber nicht kleiner als 5V). Wenn die korrekte Einstellung des Poti ermittelt ist, wird die Stellung mit einem Tropfen Alleskleber auf den Poti fixiert.

Nun kann die Lötarbeit stichprobenartig kontrolliert werden! Das ist sehr wichtig, da die nachfolgenden Schritte (Aufbringen des Schutzlackes) nicht mehr rückgängig gemacht werden können! Wieder wird nur und ausschließlich das MP1584EN Modul eingesetzt – der ESP32 und das ADS1115 werden noch nicht eingesetzt! Dazu wird mit eingesetztem MP1584EN Modul die Platine mit Spannung versorgt. Mit Hilfe des Multimeters (und ggf. einem Jumper-Kabel) werden nun in der Stellung „Volt Gleichspannung/DC“ die Punkte mit den Farben Schwarz, Rot, Orange und Gelb kontrolliert (siehe nächste Abbildung).
- Schwarz: Ground / GND
- Gelb: 3,3 V
- Orange: 5 V
- Rot: 12 V
Anschließend wird die Platine nochmals vom Strom getrennt und nun mit dem Multimeter in Stellung „Durchgangsprüfung“ jeweils der elektrische Durchgang zwischen den Markierungen mit der gleichen Zahl geprüft.

Wenn alles in Ordnung ist, wird die Steuerungseinheit wieder vom Strom getrennt und das MP1584EN Modul noch einmal aus der Buchsenleiste genommen.
Nun wird der Platinen-Schutzlack auf 3 Platinen aufgetragen – die Platine des MP1584EN Moduls, die Platine des Steuerungsmoduls und auf die Platine des ESP32. Die Platine des ADS1115 wird vorerst ausgelassen, bis wir diesen Sensor später separat getestet haben. Die Platinen werden mit dem Schutzlack auf beiden Seiten bestrichen – dabei aber natürlich alle Kontaktstifte auslassen! Auch darauf achten, auf dem ESP32 die beiden Pushbuttons sowie die USB-Buchse nicht zu verschmutzen. Der Lack ist sehr flüssig und lässt sich sehr gut mit einem Wattestäbchen auftragen, in dem man einen Tropfen aufbringt und diesen leicht verstreicht. Diesen Vorgang wiederholt man, bis die gesamte Platine ausreichend mit Lack bedeckt ist. Nachdem der Lack aufgebracht ist, sind Lötarbeiten nicht mehr möglich!
Nachdem der Platinenlack getrocknet ist, werden der ADS1115 Sensor und das MP1584EN Modul wieder in die Buchsenleiste auf der Platine eingesetzt. Der ESP32 wird nun ebenfalls auf die Buchsenleisten gesetzt. Das WLAN-Modul mit dem kleinen goldenen Antennenanschluss muss dabei in Richtung Platinenaußenseite zeigen, der USB-Anschluss zeigt Richtung Platinenmitte. Auf die richtige Anordnung der Module wie auf dem folgenden Bild ersichtlich achten!

Nun wird die gesamte Platine inklusive der Zusatzmodule erstmals mit Spannung versorgt. Der ESP baut einen eigenen WLAN-Hotspot weatherlox auf, auf dem man sich nun mit dem Handy verbindet. Das Passwort für den Hotspot lautet ebenfalls weatherlox

Die Captive WLAN Setupseite des Hotspot öffnet sich automatisch. Sollte das nicht der Fall sein, kann man die Setup-Seite im Browser unter der IP Adresse http://192.168.4.1 erreichen. Nun wählt man in der Liste das eigene WLAN aus und scrollt dann ganz ans Ende der Liste. Dort muss noch das eigene WLAN Passwort eingegeben werden. Mit einem abschließenden Klick auf Connect rebootet der ESP32 und wählt sich in das eigene WLAN ein.


Dort ist er unter der Adresse http://weatherlox erreichbar. Klappt die Namensauflösung nicht, muss man im Router nachschauen, welche IP-Adresse der WeatherLox zugewiesen bekommen hat und diese im Browser aufrufen. Nun muss man sich in der Wetterstation einloggen. Beim erstmaligen Start ist der Username und das Passwort ebenfalls weatherlox und weatherlox.
Um zu kontrollieren, ob der ADS1115 Sensor korrekt funktioniert, wechselt man nun auf den Tab Devices und schaut unter Task 10 nach, ob der Sensor aktiviert („Enabled“) ist und auch Messwerte anzeigt. Alternativ kann man den I2C Bus nach dem Sensor scannen, in dem man unter Tools –> I2C Scan schaut, ob ein „Analog input – ADS1x15“ unter der Adresse 0x48 gefunden wird.

Ist das alles in Ordnung, trennt man die Platine von der Spannungsversorgung, baut den ADS1115 Sensor nochmals aus und lackiert ihn ebenfalls mit dem Platinenschutzlack. Nach dem Trocknen wird der ADS1115 Sensor wieder auf den Sockel gesteckt und noch mit den beiliegenden kleinen Schrauben an den beiden Hex Distanzhülsen (Abstandshalter) fest verschraubt.
Nun folgt die Montage des Gehäuses. Als erstes legt man die 2mm Silikon-Dichtungsschnur in die entsprechende Nut des Gehäuseoberteils ein. Es muss darauf geachtet werden, dass die sehr leicht dehnbare Schnur keinesfalls unter Spannung eingelegt wird. Sie würde sich später wieder zusammenziehen und damit wäre die Dichtungsfunktion nicht mehr gegeben. Besonders in den Ecken neigt man dazu die Schnur unter Spannung einzuziehen! Die Schnur wird ca. 2-3 mm überlappend abgeschnitten. Anschließend wird sie etwas gestaucht und so ein wenig unter Druck eingesetzt. Springt sie dabei aus der Nut, versucht man sie wieder einzustreichen. Funktioniert auch das nicht, muss man etwas mehr von der Schnur abschneiden und noch einmal probieren.


Als nächstes wird der Anschluss für die externe Antenne von innen durch den Gehäusedeckel gesteckt und mit der beiliegenden Mutter fest verschraubt. Die ebenfalls mitgelieferten Unterlegscheiben werden nicht verwendet.


Von innen wird der gesamte Ring nun mit dem Sikaflex 522 grau Dicht- und Klebstoff aufgefüllt und mit einem kleine Spatel (Eisstiel, Gemüsepieker, o. ä.) glatt verstrichen. Dazu eventuell etwas Kleber auf ein Blatt Papier geben und ihn von dort mit dem Spatel aufnehmen und dann die Menge im Dichtungsring verstreichen. Der Sikaflex 522 ist ein silikonbasierter Dichtstoff mit Klebstoffwirkung, der speziell für den Außenbereich entwickelt wurde (z. B. zur Anwendung am Wohnmobil). Er ist beständig gegen Feuchtigkeit und UV-Licht. Es ist sehr wichtig hier Gewissenhaft zu arbeiten, ansonsten ist später das Gehäuse undicht.

Als nächstes werden die vier M4 Messing Einpressmuttern / Gewindeeinsätze in das Gehäuse eingeschmolzen. Das wird mit dem Lötkolben gemacht. Dazu wird der Lötkolben auf maximale Temperatur vorgeheizt. Nun dreht man eine der M4 Schrauben in den Gewindeeinsatz leicht ein und setzt ihn damit gerade auf die vorgefertigte Bohrung des Gehäuseunterteils auf. Einer der gezackten Ränder des Messingeinsatzes sollte dabei oben sein. Sitzt die Einpressmutter gerade, wird die Schraube wieder entfernt. Nun wird der Lötkolben mit der Spitze vorsichtig in den Gewindeeinsatz gedrückt. Dieser erwärmt sich sofort und schmilzt den umliegenden Kunststoff an. Mit leichtem Druck kann man nun die Hülse in das Material drücken, die Hülse wird ca. 1 mm unter die Oberkante am Gehäuse gedrückt. Das wiederholt man bei alles 4 Gewindeeinsätzen.


Die beim Einschweißen der Hülse entstehende Wulst muss nun vorsichtig (!) mit einem scharfen Cuttermesser wieder abgeschnitten werden, so dass die Oberfläche wieder plan ist. Es muss unbedingt darauf geachtet werden die umlaufende Feder (für die Nut im Gehäusedeckel) keinesfalls zu beschädigen! Hier muss sauber gearbeitet werden, ansonsten ist das Gehäuse später nicht dicht.

Nun werden die Bohrungen für die notwendigen Kabeldurchführungen in das Gehäuseunterteil eingebracht. Das Gehäuse kommt nur mit einer vorgefertigten Bohrung für das Kabel der Spannungsversorgung, da die WeatherLox Wetterstation modular aufbaubar ist und somit das Gehäuse entsprechend flexibel aufgebaut sein muss. Idealerweise werden zu diesem Zeitpunkt bereits alle Bohrungen aller Sensoren, die später verwendet und angeschlossen werden sollen, eingebracht. Ein Hinzufügen von Bohrungen ist zwar auch später jederzeit möglich, aber mit entsprechendem Aufwand verbunden. In der Anleitung des jeweiligen Sensors findet man entsprechende Details zum Kabel und zur Kabeldurchführung. Den Bausatz-Sets liegen die notwendigen Kabel und die Kabeldurchführung bei.
Zum Anzeichnen der Bohrung kann die folgende Bohrschablone verwendet werden:
Zunächst wird jedes Loch von Außen mit einem 4-6 mm Holzbohrer vorgebohrt. Anschließend wird die eigentliche Bohrung mit dem 12mm Kegelsenker nachgebohrt – ebenfalls von Außen nach Innen. Ein 12 mm Holzbohrer anstelle des Kegelsenkers ist nicht geeignet – hierbei zerfranst die Bohrung stark. Wer keinen Kegelsenker hat (kostet nur ein paar Euro….), kann auch mit einem 8 mm Bohrer nachbohren und dann einen Stufenbohrer verwenden und die Bohrung so auf 12 mm erweitern.
Sind alle Bohrungen eingebracht, werden die Kabeldurchführungen handfest eingeschraubt. Jedes Kabel wird nun 10 cm abisoliert und anschließend durch die Kabeldurchführung in das Gehäuse eingeführt. Es wird soweit durchgeschoben, dass der Kabelmantel ca. 2 mm über dem Vergussring heraussteht.

Nun wird die Kabeldurchführung fixiert und anschließend alle Kabeldurchführungen mit dem Sikaflex 522 grau Dicht- und Klebstoff aufgefüllt. Hierbei kann man direkt die Klebepistole verwenden. Man füllt zunächst die eigentliche Kabeldurchführung mit Dichtstoff auf, biegt dabei das Kabel etwas von links nach rechts, damit die gesamte Kabeldurchführung mit Dichtstoff aufgefüllt wird. Anschließend wird der Vergussring noch komplett mit Dichtstoff aufgefüllt und dann mit dem Spatel glatt verstrichen.


Am Ende sollten alle Durchführungen vollständig verfüllt sein. Das Ganze muss nun 1 Tag trocknen.

Hinweis: Sollte auch die Heizung für den Regenmengenmesser mit verbaut werden, kann jetzt zunächst in die Montageanleitung der Heizung gesprungen werden und das Relais- bzw. Mosfet-Modul am Boden des Gehäuses montiert werden. Anschließend geht es hier weiter.
Nun kann die Platine mit den beiden M3x10mm Schrauben im Gehäuse montiert werden. Die Platine wird so montiert, dass sich sowohl das MP1584EN Modul als auch das Kabel für die Spannungsversorgung unten links befinden. Jetzt werden noch die beiden Kabel der Spannungsversorgung an die Platine an den Klemmen „+12V“ und „GND“ angeschlossen (das MP1584EN Modul muss dazu noch einmal vom Sockel genommen werden).
Der Anschluss der weiteren Kabel und Sensoren wird im jeweiligen Kapitel des Sensors weiter beschrieben. Springt von hier aus dazu in die jeweilige Beschreibung des Sensors. Von der Reihenfolge her macht es Sinn zunächst das Kabel in der Steuerungseinheit anzuklemmen und dann am Halterungssystem zu verlegen. Erst wenn man die Position des Sensors am Halterungssystem festgelegt hat, kürzt man das Kabel entsprechend ein.
Mit den Rohrschellen wird das Gehäuse nun am Halterungssystem montiert. Dazu werden die beiden M8x20mm Senkkopfschrauben von oben in die seitlichen Halter eingebracht. Von unten folgt eine Unterlegscheibe gefolgt von einer M8 Mutter, mit der die Schraube zunächst handfest angezogen wird. Anschließend schraubt man die Rohrschelle fest von unten an die Schraube an. Nun die Schraube drehen, bis die passende Position erreicht ist und dann die Mutter fest anziehen.

Das Gehäuse wird am Halterungssystem an der Hauptstrebe senkrecht unterhalb des ersten Querträgers montiert. Das Kabel zur Spannungsversorgung zeigt dabei nach unten.
Die restlichen Kabel werden am Halterungssystem so mit den Kabelbindern gesichert, dass sie einen Bogen nach unten beschreiben, bevor sie nach oben geführt werden. So ist sichergestellt, dass das Regenwasser, welches sich an den Kabeln sammeln kann, von den Kabeldurchführungen weg und damit auch vom Gehäuse weggeleitet wird.

Zum Schluss wird noch die Antenne am ESP32 angeschlossen. Dazu wird der kleine Stecker am Kabel auf die Antennenbuchse auf dem ESP32 aufgesteckt. Dabei muss vorsichtig vorgegangen werden, um weder die Buchse noch das Kabel zu beschädigen.

Anschließend wird der Deckel auf das Gehäuse aufgesetzt und mit den M4x20mm Gewindeschrauben über Kreuz fest verschraubt. Darauf achten, dass weder die Silikonschnur-Dichtung verrutscht ist noch dass aus Versehen Kabel mit eingeklemmt werden.

Die Montage ist damit abgeschlossen. Ein separates Kapitel beschäftigt sich dann mit der detaillierten softwareseitigen Einrichtung.